Methode HNO-Chirurgie

HNO-Chirurgie

Methode

Parotidektomie

Der Begriff Parotidektomie beschreibt eine teilweise oder vollständige Resektion der Parotis. Die häufigsten Indikationen für eine Parotidektomie sind benigne oder maligne Tumore, in selteneren Fällen auch infektiöse Erkrankungen der Parotis.[1]

Bedeutung des Neuromonitorings bei der Parotidektomie

Abhängig von der Radikalität der Parotidektomie befinden sich vor allem die Äste des N. facialis – die sich bei jedem Menschen individuell fächerförmig durch die Parotis ziehen – im oder nahe dem Operationsgebiet. Durch Zug, Druck oder andere Manipulation können diese in Mitleidenschaft gezogen werden. Verletzungen des N. facialis während der Parotidektomie können zu einer temporären oder permanenten Parese oder Paralyse der mimischen Muskulatur führen.

Die Lokalisierung und Funktionsüberwachung des N. facialis durch intraoperatives Neuromonitoring ist bereits seit einigen Jahren dank der Vorteile im Patientenschutz in der HNO-Chirurgie, beispielsweise bei der Parotidektomie etabliert. Sollte der Tumor in den N. facialis infiltriert haben, kann im Zuge einer radikalen Parotidektomie häufig nicht nervenschonend operiert werden.

Neuromonitoring-Methode bei der Parotidektomie zur Überwachung des N. facialis

Bitte beachten Sie, dass folgende Empfehlungen zum Neuromonitoring bei der Parotidektomie allgemeiner Natur sind. Die individuellen Vitalparameter des Patienten, die bestehende OP-Situation sowie die verwendete Technologie sollten immer mit in Betracht gezogen werden.

 >> Eine weitreichende elektromyografische Ableitung (EMG) der mimischen Muskulatur erfordert 2 bis 4 Ableitkanäle. Pro Kanal wird ein Elektrodenpaar benötigt. Dabei sollten die beiden Nadeln eines Paars einen Abstand von ca. 0,5 bis 1 cm voneinander haben. Jedes Paar ist in einem anderen Muskel zu platzieren. Die Masseelektrode sollte im kontralateralen Weichgewebe platziert werden.

 >> Zur Stimulation der Nervenäste des N. facialis können bei der Parotidektomie bipolare und monopolare Stimulationssonden verwendet werden. Die Lokalisation und Funktionsüberwachung des Nervs wird hierdurch ermöglicht.

 >> Monopolare Stimulationen sollten mit mindestens 5 cm Abstand zu den Ableitelektroden erfolgen.

 >> Zur Auslösung einer Reizantwort während der Parotidektomie muss die Stimulation die motorische Schwelle überschreiten.

 >> Umso niedriger die Stromintensität ist, desto selektiver kann der Nerv identifiziert werden.

 >> Die durch die Stimulation hervorgerufene Muskelkontraktion wird über die Ableitelektroden auf einem Monitoringgerät als EMG-Antwort akustisch und visuell dargestellt. Der Operateur kann hierdurch seine Operationsweise während der Parotidektomie gegebenenfalls anpassen.

Neben der Parotidektomie wird auch in der Proktologie eine EMG-Überwachung bei komplexen Nervenstrukturen verwendet.


Quellennachweise

1. Bova, R.; Saylor, A.; Coman, W. B. Parotidectomy: review of treatment and outcomes: ANZ journal of surgery. S. 563 – 568 (2004)

Aage R. Møller, Intraoperative neurophysiological monitoring, 2nd ed. Totowa, N.J: Humana Press, S. 205-206 (2006)

Nuwer, M. Handbook of Clinical Neurophysiology, Volume 8, Intraoperative Monitoring of neural Function, Chapter 25, Intraoperative facial nerve monitoring (2008)