Bei welcher Operation ist Neuromonitoring sinnvoll und welche Vorteile bringt es?

Vorteile

Intraoperatives Neuromonitoring (IONM) kann vor allem bei einer Operation einen großen Nutzen bringen, bei der sich Nerven im oder nahe dem Operationsgebiet befinden. Dabei reicht oft schon eine Quetschung oder ein Zug am Nerv, um ungewollte Folgeschäden zu verursachen.

Häufige und etablierte Einsatzgebiete sind zum Beispiel:

>> Operation bei Schilddrüsenerkrankungen >>

>> Operation im kleinen Becken wie bsp. am Darm (Entfernung von Enddarmkrebs) >>

>> Operation am Gehirn und am zentralen Nervensystem (Entfernung von Tumoren etc.) >>

>> Operation an der Wirbelsäule (Entfernung von Tumoren/Skoliosekorrekturen/Wirbelbrüche/ Bandscheibenvorfälle etc.) >>

>> Operation an der Ohrspeicheldrüse >>

>> Operation an der Halsschlagader >>


Vorteile des IONM:

>> Durch die gezielte Nervenüberwachung während der Operation können Nervenschäden besser vermieden und damit das Risiko für Folgeerkrankungen stark verringert werden.

>> Erhöhte Sicherheit während der Operation für Sie als Patient.

>> Weniger Folgeschäden, wie Lähmungen, neurologische Ausfälle oder Muskelschwächen. Die Lebensqualität bleibt nach den Eingriffen erhalten.

>> Verlässliche Aussage über die Funktionalität des Nervs nach der Operation und den damit zusammenhängenden körperlichen Funktionen.

>> Damit können eventuell notwendige Therapien frühzeitig eingeleitet werden, um eine möglichst vollständige Rehabilitation zu ermöglichen.

>> Nerven werden überwacht und dies protokolliert, damit ist eine Dokumentation besser möglich.[1]

Welche Folgeschäden kann IONM helfen zu verhindern?

Je nach Erkrankung und Operationsweise kann das Neuromonitoring helfen bestimmte Folgeschäden zu vermeiden. Hier finden Sie eine Liste der gängigsten Folgen von Nervenschädigungen.

>> Schilddrüse: Heiserkeit, Stimmausfälle und erschwerte Atmung bis hin zum Luftröhrenschnitt

>> Kleines Becken/Darm: Inkontinenz, Blasenfunktionsstörung und sexuelle Dysfunktion

>> Gehirn und Nervensystem: Neurologische Ausfallerscheinungen, Lähmungen, visuelle Störungen oder Sprachstörungen

>> Wirbelsäule: Lähmungen der betroffenen Körperregionen

>> Gefäße und Drüsen: Lähmungserscheinung am und um das Operationsgebiet bspw. Lähmungen der Gesichtsmuskulatur oder Gehörverlust

Dabei ist wichtig zu beachten, dass die Verhinderung von operativen Nervenschäden durch den Einsatz von IONM maßgeblich vom Einsatzgebiet, der Art der Anästhesie und der Operationsweise abhängt. Auch der Einsatz von IONM bietet keine 100 prozentige Sicherheit. Richtig angewendet minimiert das IONM aber das Risiko von Nervenschädigungen während einer Operation und kann dabei helfen Folgeschäden zu verhindern.[2]


Quellennachweise

1. Sarnthein, J. et al. Intraoperatives neurophysiologisches Monitoring verbessert das Outcome in der Neurochirurgie (2012)
2. Ebd.