Neurochirurgie
Methode
Vestibularisschwannome
Exemplarisch für die Neurochirurgie wird im Folgenden die Neuromonitoring-Methode bei der Resektion eines Vestibularisschwannoms beschrieben. Neben den Vestibularisschwannomen empfiehlt sich Neuromonitoring auch beim Resezieren der meisten anderen Hirntumore, siehe intraoperatives Neuromonitoring (IONM) in der Neurochirurgie.
Resektion von Vestibularisschwannomen
Vestibularisschwannome wachsen meist von den Schwann’schen Zellen des vestibulären Anteils des N. vestibucochlearis aus in den Kleinhirnbrückenwinkel Richtung Stammhirn. Vestibularisschwannome sind die am häufigsten auftretenden Kleinhirnbrückenwinkeltumoren. Hier sind besonders der 7. und 8. Hirnnerv (N. facialis und N. vestibucochlearis) gefährdet.
Das IONM ist mittlerweile einer der wesentlichen Teile der Vestibularisschwannom-Behandlung und kann bei jeder der drei gängigen Resektionsmethoden verwendet werden. Bitte beachten Sie, dass folgende Empfehlungen zum Neuromonitoring bei Vestibularisschwannomen allgemeiner Natur sind. Die individuellen Vitalparameter der Patient*innen, die bestehende OP-Situation sowie die verwendete Technologie sollten immer mit in Betracht gezogen werden.
Zur Überwachung der Nervenstrukturen beim Vestibularisschwannom werden Neurostimulation und die Ableitung anhand von EMG (Elektromyografie) und AEPs (akustisch evozierte Potentiale) verwendet. Hier ist auf eine korrekte Anästhesie zu achten, denn obwohl die Ableitung von AEP durch Muskelrelaxantien nicht beeinflusst wird, dürfen diese nicht bei der EMG-Ableitung angewendet werden – im Fall der Vestibularisschwannom-Resektion maximal bis zu 50 % der neuromuskulären Blockade.
Um den N. facialis zu überwachen und nach der Resektion zu testen kann das EMG gewählt werden. Eine gute Prognose bietet hierbei eine gleich niedrige Intensität der proximalen und distalen Muskelantworten. Studien empfehlen einen maximalen Wert von bis zu 0,05 mA mit Amplituden von >240 µV für den Rückschluss auf einen intakten N. facialis.
Für die Überwachung des N. vestibulocochlearis während der Resektion eines Vestibularisschwannoms wird die AEP-Ableitung verwendet. Die Stimulation wird über Ohrelektroden in Stöpselform erreicht. Die Ableitung erfolgt vom Vertex gegen Ohrläppchen oder Mastoid. Hier werden nicht nur die, durch mechanische Manipulation, gefährdete Integrität des Nervs überwacht, sondern auch Veränderungen im Hirnstamm festgestellt, bevor kardiovaskuläre Funktionen betroffen werden. Als pathologisch für die Antwortamplitude des N. vestibulocochlearis gilt im Allgemeinen eine Amplitudenminderung um 50 % der Wellen V, I und V oder I, III und V des AEPs.
Chirurgische Anwendungsgebiete
Weitere Informationen
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